Schöne neue Landwirtschaft? Die Bayer-Monsanto-Fusion
Schöne neue Landwirtschaft? Die Bayer-Monsanto-Fusion

Schöne neue Landwirtschaft? Die Bayer-Monsanto-Fusion

Doku | planet e. Schöne neue Landwirtschaft?

Die Bayer AG kauft den Gentechnikspezialisten Monsanto. Dieser Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern. Doch zu wessen Gunsten?

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.08.2018, 04:15
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Während die einen vor allem Gefahren für die Sorten- und Artenvielfalt und die kleinbäuerliche Landwirtschaft in aller Welt sehen, preisen andere die vielfältigen Chancen, die sich aus gemeinsamer Forschung und Entwicklung ergeben könnten.

Sendezeit

Die Diskussion hat vielfältige Aspekte. Durch den Mega-Konzern entstünde eine nie dagewesene Marktbeherrschung im Saatgutsektor, sagen Kritiker. Da die gentechnischen Methoden prinzipiell auch kleineren, mittelständischen Saatgutherstellern zur Verfügung stehen, sei diese Gefahr eher gering, meint dagegen Wolf von Rhade, Chef der Firma Nordsaat.

Pflanzeneigenschaften mit gentechnischen Methoden nahezu beliebig gestalten: Darin sehen die Befürworter der Fusion riesige Potenziale. Mit der sogenannten Gen-Schere CRISPR/Cas9 könnten in kürzerer Zeit Nutzpflanzen hergestellt werden, die gegen Schädlinge resistent sind, höhere Erträge liefern oder besser ans Klima angepasst sind. Das macht der Leiter der wissenschaftlichen Entwicklung der Bayer-Crop-Science, Adrian Percy, deutlich. Mit herkömmlicher Züchtung wären schnelle Ergebnisse gar nicht möglich.

Besonders in der Biobranche befürchtet man dagegen Schlimmstes. Bayer-Monsanto mache diese Methoden durch massenhafte Anwendung in Europa quasi salonfähig, genveränderte „Teufelssaaten“ würden schließlich den Markt beherrschen. Das befürchtet Felix zu Löwenstein, Vorstand des BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft). Gentechnisch veränderte Sorten sind hier ein absolutes Tabu.

Doch Wissenschaftler wie der emeritierte Botanikprofessor Klaus Ammann halten diese strikte Ablehnung für falsch und zukunftsfeindlich. Wäre es nicht denkbar, dass mit Hilfe gentechnisch veränderter Pflanzen auch im Biolandbau Erträge gesteigert werden könnten? Wenn Pflanzen zum Beispiel gegen Pilzerkrankungen gentechnisch resistent sind, dann könnte der Biolandbau auch auf die zugelassenen Spritzmittel wie Kupfer verzichten.

Könnte am Ende gar der Zusammenschluss der Bayer-Monsanto-Konzerne dafür sorgen, dass die Agrarwirtschaft – egal, ob konventionell oder ökologisch – fit gemacht wird für die Zukunft?

Die „planet e.“-Dokumentation „Schöne neue Landwirtschaft?“ diskutiert diese Fragen und erörtert, wie die Zukunft der Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen internationalen Agrarmultis und regionalem Ökolandbau aussehen könnte.

Chronologie und Prüfverfahren der Fusion

Noch ist die Fusion von Monsanto und Bayer nicht genehmigt – sowohl in der EU als auch in den USA müssen noch aufwändige Prüfverfahren zum Abschluss gebracht werden.

  • Mai 2016
    Bayer AG kündigt Übernahmepläne für Monsanto Company an

    14.09.2016
    Bayer AG unterzeichnet mit Monsanto Company eine bindende Übernahmevereinbarung

    13.12.2016
    Die Aktionäre von Monsanto Company akzeptieren den Übernahmepreis von 66 Milliarden US-Dollar an.
    Bayer AG und Monsanto Company leiten Überprüfung durch die amerikanischen Behörden ein

    11.01.2017
    Bayer AG-Chef Werner Baumann und Monsanto Company-CEO Hugh Grant werben bei Präsident Donald Trump für die Fusion. Sie versprechen der Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA

    01.07.2017
    Offizieller Antrag bei der EU-Kommission zur Genehmigung der Fusion

    26.07.2017
    Das “American Antitrust Institute (AAI)“, die “Food & Water Watch (FWW)“ und die “National Farmers Union (NFU)” reichen im amerikanischen Justizministerium eine Analyse zu negativen Auswirkungen der Fusion auf den Wettbewerb, auf die Bauern und auf die Konsumenten in den USA ein

    01.08./02.08.2017
    EU-Kommission verlängert die Überprüfung der Fusion um weitere zwei Wochen

    • Die Konzerne machen Zugeständnisse um Wettbewerbsbedenken auszuräumen (keine weiteren Details veröffentlicht)
    • Es ist mit Auflagen der Kartellbehörden zu rechnen, denen zufolge sich Bayer von Geschäftsfeldern wird trennen müssen

    14.07.2018
    Falls bis zu diesem Datum keine Fusionsgenehmigung der Kartellbehörden erfolgt ist und deshalb die Fusion abgesagt wird, zahlt die Bayer AG zwei Milliarden US-Dollar an Monsanto Company


Datum/Zeit
Datum - 13.08.2017
Uhrzeit - 16:30 - 17:15


Sender:
ZDF Fernsehen
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