Der Bauch von Frankfurt Die Geschichte der Großmarkthalle
Der Bauch von Frankfurt Die Geschichte der Großmarkthalle | hr-fernsehen

Hundert Jahre und länger werde der Bau stehen, sagte Martin Elsässer, sein Architekt, bei der Einweihung 1928. Tatsächlich schien die Frankfurter Großmarkthalle für die Ewigkeit gebaut zu sein. Elsässer hatte mit dieser Markthalle den europaweit größten Industriebau geschaffen. 75 Jahre später aber war Schluss. Gemüse, Obst und ihre Händler sind 2004 umgezogen. Der denkmalsgeschützte Bau selbst aber steht noch, und auch die Geschichten rund um die „Gemüse-Kirche“, wie die Frankfurter ihre Markthalle einst liebevoll nannten, sind noch da.

Hundert Jahre und länger werde der Bau stehen, sagte Martin Elsässer, sein Architekt, bei der Einweihung 1928. Tatsächlich schien die Frankfurter Großmarkthalle für die Ewigkeit gebaut zu sein. Elsässer hatte mit dieser Markthalle den europaweit größten Industriebau geschaffen. 75 Jahre später aber war Schluss. Gemüse, Obst und ihre Händler sind 2004 umgezogen. Der denkmalsgeschützte Bau selbst aber steht noch, und auch die Geschichten rund um die „Gemüse-Kirche“, wie die Frankfurter ihre Markthalle einst liebevoll nannten, sind noch da. Die Filmautoren Eckhard Mieder und Joachim Wölcken haben für ihren Film „Der Bauch von Frankfurt“ Menschen getroffen, die mit dieser Halle sehr persönliche Erinnerungen verbinden, und sich mit ihnen auf eine „Zeitreise“ begeben. Der Gärtner Friedrich Frankenberg kann sich noch an die Pferdewagen und an die ersten Lastkraftwagen erinnern – und an die Zeit des so genannten Reichsnährstandes. Edith Erbrich verbindet mit der Großmarkthalle ein besonderes Schicksal. Von hier aus wurde sie noch 1945 mit ihrer Schwester und ihrem jüdischen Vater nach Theresienstadt deportiert. Gerd Scheel weiß noch heute genau, wie die amerikanische Armee Teile der Halle requirierte. Die Amerikaner waren nicht nur gute Kunden der deutschen Obst- und Gemüseerzeuger. Sie brachten die Deutschen auch auf den neuen Geschmack: von Gemüsesorten wie Eisbergsalat oder Artischocken. In der Nachfolge der ersten Gastarbeiter kam Cihat Güngör nach Frankfurt. Er gehört zu jenen, die auf dem Gelände der Großmarkthalle nicht nur arbeiteten, sondern auch wohnten. Er ist umgezogen, genauso wie der Marktbetrieb. Der neue Großmarkt pulsiert seit dem Juni 2004 am Rande der Stadt in Frankfurt-Kalbach. Die alte Markthalle aber wird Teil der Europäischen Zentralbank. Sie wird das denkmalgeschützte Gebäude in ihren geplanten Stammsitz architektonisch einbeziehen und damit den Ostend-Kiez verändern. Wie sehr sich die Gegend schon jetzt verändert hat, wissen die Ur-Ostendlerinnen Petra Eggert, Wirtin des „Cafés am Ostbahnhof“, und Friederike Satvary, Tochter des Frankfurter Metzgers und „Urgesteins“ Gref-Völsing, zu berichten. „Der Bauch von Frankfurt“: Gemüse, Kiez und Menschen im Wandel eines Jahrhunderts.


Datum/Zeit
Datum - 09.01.2018
Uhrzeit - 21:00 - 21:45


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