Dithmarschen – An der Kohlküste
Dithmarschen – An der Kohlküste | NDR Fernsehen, Radio Bremen TV Tipp

Das Land: flach. Die Brise: steif. Die Bewohner: kantig. „Ditschies“ nennen sie sich selber. Dithmarschen, zwischen Nordsee, Eider und Nord-Ostsee-Kanal, ist auf Wasser gebaut. Hier stapfen Kohlbauern bei der Ernte über Muscheln und ohne Amphibienbagger wäre Land unter. Nordsee-Krabben pult man mit der Kreissäge. Die Soko-Schweinswal ist Umweltsündern auf der Spur, Lotsen bugsieren dicke Dinger durch die Schleuse und Dithmarschens wilde Küsten-Ponys werden von Salzwiesen-Cowboys gebändigt.

In Dithmarschen werden die Menschen vom Meer auf Trab gehalten. Weite Teile dieser Küstenregion sind erst durch aufwändige Landgewinnung entstanden. Es würde dort „Land unter“ heißen ohne die Arbeitskolonne des Deich- und Hauptsielverbandes. Mit Mähboot und Amphibienbagger halten die Männer täglich gut 1.600 Kilometer Entwässerungskanäle und Wasserwege frei.

Die Dithmarscher sind erfinderisch: Alfred Urthel aus Friedrichskoog knackt die Krabbe. Mit seiner Krabbenpulmaschine schält er sie viermal schneller als flinke Finger. Theoretisch, denn das technische Wunderwerk, das sein Vater zusammen mit einem niederländischen Tüftler konstruierte, ist reparaturanfällig. Ständig geht an Rüttelrutschen, Messerchen und Minikreissägen etwas kaputt. Bislang hat Alfred noch immer irgendwo Ersatzteile aufgetrieben. Denn, Krabben in Polen oder Marokko pulen zu lassen, kommt für die Urthels nicht infrage.

Dithmarschen ist die Hochburg des Weißkohls. Der Kohl von Kai Block gedeiht besonders gut, denn seine Felder liegen direkt hinter dem Deich. Mit Schädlingen hat der Bauer keinen Ärger dank des feuchten Marschbodens und der stets kräftigen Brise. Es ist ein echter Meeresacker, unter den Gummistiefeln der Erntehelfer knirschen die Muscheln.

Axel Rohwedder muss sich sputen. Nur bei Hochwasser kann er mit seinem Boot die Vogelinsel Trischen anlaufen. Er versorgt die Vogelwartin Christin Kunze mit Proviant und allem, was die Einsiedlerin auf Zeit benötigt. Besonders wichtig: das gemeinsame Frühstück mit einem guten Schnack, denn Axel ist für „Frau Robinson“ ihr „Freitag“. Obwohl er immer sonnabends zu ihr kommt.

Nur 108 Meter Entfernung liegen zwischen Erfde-Bargen und Delve-Schwienhusen, aber dazwischen fließt die Eider. Jahrhundertelang wurden die Orte offiziell durch eine kleine Fähre verbunden, bis der Bau einer Brücke sie überflüssig machte. Aber nicht für die Dorfbewohner. Sie betreiben jetzt privat ihre Eiderfähre. Und Mona Hansen steht die große Fährschifferprüfung bevor: Längsfahrt! Es geht den Fluss hinauf in die nächste Stadt, unter den strengen Augen eines erfahrenen Fährmannes.

Die Kanalschleuse Brunsbüttel ist das Tor zu Elbe und Nordsee. Manchmal wird sie zum Nadelöhr. Wenn zum Beispiel ein riesiges Schiffssegment, das größte Fahrzeug, das jemals auf dem Nord-Ostsee-Kanal bugsiert wurde, durchgeschleust werden muss. Dann herrscht Ausnahmezustand für Schleusenpersonal und Kanallotsen.

Eigentlich ist Ursula Siebert Meeresbiologin, aber in Büsum arbeitet sie eher als Meereskriminalistin. Immer wieder muss sie tote Schweinswale, die an Land gespült werden, untersuchen. Es geht um die Todesursache und mögliche Täter: Umweltsünder, Jetski-Raser oder Motorboot-Chaoten, die Soko Schweinswal ermittelt.

Die Konik-Pferde, Dithmarschens wilde Küstenponys, fühlen sich im Naturschutzgebiet Speicherkoog wohl. Die Herde ist so groß, dass einige Hengste herausgenommen werden müssen. Dieser Job ist nicht ganz einfach für die „Salzwiesencowboys“.

Film von Stefan Heinrich


Datum/Zeit
Datum - 04.01.2018
Uhrzeit - 20:15 - 21:00


Sender:
NDR Fernsehen
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