Entlaubungsmittel in der Landwirtschaft

1. Entlaubungsmittel in der Landwirtschaft
Bekannt geworden sind Entlaubungsmittel durch den Vietnamkrieg. Weit weniger bekannt dagegen ist, dass solche Mittel auch seit Jahren auf hessischen Äckern angewendet werden, z. B. bei der Kartoffelernte. Zum Einsatz kommen drei verschiedene Wirkstoffe. Am häufigsten der gefährlichste: Diquat. 250 Tonnen landen davon pro Jahr auf unseren Feldern. Denn durch das Spritzen von Entlaubungsmitteln kann der Bauer den Erntezeitpunkt exakt nach den Wünschen des Handels ausrichten. Weiterer Vorteil: die Schalenfestigkeit der Kartoffeln nimmt zu und das bedeutet höheren Ertrag. Kritiker, wie Dr. Peter Clausing, Toxikologe und studierter Landwirt, sehen in dem massenhaften Einsatz von Diquat eine akute Gefahr für die Umwelt und befürchten, dass dieses Mittel auch für den Menschen nicht unbedenklich ist.

2. Bedrohte Amphibien und Reptilien
Zwei Drittel aller Amphibienarten gelten in Deutschland als gefährdet. Trotz der vielfältigen Bemühungen von Naturschützern gehen die Populationen weiter zurück. Woran liegt das? Umweltwissenschaftler von der Universität Koblenz-Landau haben einen Verdacht: Pestizide sind schuld. Viele Amphibien verbringen einen Großteil ihres Lebens auf landwirtschaftlichen Flächen. Und die meisten davon werden gespritzt – Obstplantagen zum Beispiel bis zu 30-mal pro Jahr. Für Amphibien ist das besonders gefährlich, denn sie atmen sogar durch ihre Haut. Doch wie kann man Frosch und Co besser schützen?

3. Wunderwerk Baum
Ein Drittel Deutschlands ist mit Wald bedeckt und der sorgt in hohem Maße für saubere, frische Luft. Eine einzige Buche kann pro Tag bis zu 24 Kilogramm CO2 aufnehmen. Das ist so viel wie ein Kleinwagen im Durchschnitt auf 150 km in die Luft pustet. Sie filtert Schadstoffe aus der Luft: Bakterien, Pilzsporen und Staub. Dazu produziert sie täglich 11.000 Tonnen Sauerstoff, was in etwa dem Tagesbedarf von 26 Menschen entspricht. Und die Buche verdunstet über ihre Blätter täglich bis zu 500 Liter Wasser, mit dem sie die Luft befeuchtet.

4. Samenraub in schwindelerregender Höhe
Etwa ein Viertel unseres Waldes wird künstlich angepflanzt – dementsprechend viele Samen werden gebraucht. In der Forstlichen Saatgutstelle Hessen wird Saatgut aller heimischen Baumarten gereinigt, getrocknet und haltbar gemacht. Baumschulen aus ganz Deutschland bestellen hier. Wir treffen den Baumkletterer Christian Spehle, der in luftiger Höhe den Samen pflückt. Aber auch Erntetrupps am Boden sammeln vom frühen Morgen bis es dunkel wird. Eine unverzichtbare Arbeit, denn ohne ausreichend Saatgut wäre der Bestand unserer Wälder gefährdet. Doch was tun, wenn ein trockener Sommer und Schädlingsbefall die Ernte dezimiert?

5. Wie viele Vögel landen in Windkraftanlagen
Vögel und Fledermäuse geraten immer wieder zwischen die Rotorblätter von Windrädern. Sie unterschätzen die Geschwindigkeiten und den Sog der Windräder. Fledermäuse halten diese für tote Bäume und fliegen unter Umständen direkt darauf zu. Ihnen platzt im Sog der Windräder die Lunge. Eine Studie hat insgesamt 46 Windparks im norddeutschen Raum untersucht, um zu sehen, wie viele Schlagopfer es gibt. Die Zahlen der Forscher sind erschreckend: etwa 240.000 Fledermäuse kommen jedes Jahr an Windrädern um, auch seltene Vogelarten wie der Rotmilan leiden unter dem Ausbau der Windkraft. Doch wie kann man die Tiere schützen?

6. Tiere sind auch nur Menschen
Kind-Ersatz, treuer Begleiter, unermüdlicher Zuhörer – was manch ein Tierbesitzer unter seinen eigenen Artgenossen vergeblich sucht, hofft er, durch sein Tier zu erfahren: Liebe und Kommunikation. Über vier Milliarden Euro gaben die Deutschen 2014 für ihre Heimtiere aus. Das meiste für Tierfutter – das soll möglichst regional, saisonal und natürlich bio sein. Tiere sind sozialer Kitt, sie trösten und werden auch deshalb gern zu Therapiezwecken eingesetzt.


Datum/Zeit
Datum - 16.08.2017
Uhrzeit - 21:00 - 21:45


Sender:
HR Fernsehen
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