Exotische Früchte: Vitaminbomben mit Nachteilen

Exotische Früchte: Vitaminbomben mit Nachteilen

Frisches Obst aus der Region hat die meisten Vitamine. Allerdings werden Äpfel und Birnen größtenteils nur bis Oktober geerntet. In den Winter- und Frühlingsmonaten gibt es sie aus der Region nur noch als Lagerobst. Exotische Früchte können daher eine Alternative sein. Aber wie sinnvoll ist es, den Vitaminbedarf mit Ananas, Mango und Zitrusfrüchten zu decken, die weit gereist sind?

Papaya, Kumquat und Co: Exotische Früchte

Eine aufgeschnittene Papaya. © imago Fotograf: Westend61
Die Papaya besteht zu fast 90 Prozent aus Wasser und ist damit sehr kalorienarm. Sie enthält das eiweißspaltende Enzym Papain, das die Verdauung fördern und leicht abführend wirken soll. Zudem enthält die Frucht jede Menge Vitamin C sowie das Provitamin A, Phosphor, Kalium, Kalzium, Eisen und Natrium.

Eine Ananas liegt auf einem Tisch © fotolia Fotograf: 5second
Ananas enthält das Enzym Bromelain, das entzündungs- und ödemhemmend wirken soll. Außerdem liefert die ursprünglich aus Brasilien und Paraguay stammende Südfrucht viel Vitamin C sowie Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Kalium, Magnesium, Eisen, Phosphor und Zink. Nach der Ernte reift Ananas kaum nach. Wie alle anderen Exoten auch, sollte sie nicht im Kühlschrank gelagert werden.

Aufgeschnittene Avocado © Fotolia.com Fotograf: grounder
Die Avocado stammt aus Südamerika und enthält relativ viel Fett, sodass sie nicht gerade zu den kalorienarmen Sorten zählt. Allerdings stecken vor allem wertvolle ungesättigte Fettsäuren in den Früchten sowie unter anderem viel Kalium, die Vitamine E und B6 sowie das Provitamin A.

Aufgeschnittene und ganze Granäpfel © Nitr
Genauso wie Ananas und Avocado gilt auch der Granatapfel als sogenanntes Superfood. Er hat mit rund 220 Milligramm pro 100 Gramm einen überdurchschnittlichen Gehalt an Kalium, außerdem enthält er sehr viele bioaktive Pflanzenstoffe (Polyphenole), die zum Beispiel vor Entzündungen und Arteriosklerose schützen. Granatäpfel sollen zudem Prostatabeschwerden vorbeugen. Die Kerne des Granatapfels lassen sich ohne Spritzen auslösen, wenn er im Wasser liegt. Dann nur noch durch ein Sieb gießen und genießen.

Mangos in Würfel aufgeschnitten © Fotolia.com Fotograf: nata_vkusidey
Mangos enthalten viel Vitamin C und E sowie B-Vitamine und haben einen hohen Gehalt an zellschützenden Carotinoiden. Zudem liefern sie Kalzium und Eisen. Duftet eine Mango aromatisch und lässt sich die Schale ein wenig eindrücken, ist das Fruchtfleisch meist süß und saftig. So lässt sich die Mango ohne „Schweinerei“ gut essen: Am Kern entlang auslösen, das Fruchtfleisch längst und quer zu einem Schachbrettmuster schneiden und nach außen stülpen.

Aufgeschnittene Drachenfrucht © Heike Rau
Auch die aus Mittelamerika stammende Drachenfrucht besteht zu rund 90 Prozent aus Wasser und ist damit sehr kalorienarm. Die Frucht enthält viel Vitamin E und C sowie Eisen, Kalzium und Phosphor. Eine reife Drachenfrucht leuchtet pink und gibt auf leichten Druck nach. Die Schale lässt sich dann perfekt abziehen. Wer mag, kann die Drachenfrucht auch einfach halbieren und das Fruchtfleisch auslöffeln.

Eine aufgeschnittene und eine ganz Kiwi liegen auf einem hellen Holzuntergrund. © imago Fotograf: ZUMA Press
Die Chinesische Stachelbeere ist in unseren Breiten besser unter dem Namen Kiwi bekannt. Die Frucht stammt aus Südchina und wird heute unter anderem in Neuseeland, Frankreich und Italien angebaut. Sie ist reich an Vitamin C und enthält viele Ballast- und Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Kalium.

Ganze und aufgeschnittene Kumquat. © fotolia Fotograf: Yakov
Kumquats, auch Zwergorangen genannt, stammen ursprünglich aus China. Inzwischen werden die Vitamin-C-haltigen Früchte auch in warmen Regionen Europas angebaut und kommen meist in den Wintermonaten in die Läden. Die eiförmige, orangerote Zitrusfrucht wird nur drei bis vier Zentimeter lang, schmeckt süßlich-sauer und leicht bitter. Die dünne, meist unbehandelte Schale kann mitgegessen werden.

Aufgeschnittene Tamarillo © Fotolia.com Fotograf: B. Wylezich
Tamarillos erinnern an Tomaten und enthalten viel Vitamin C. Die rote, eiförmige Frucht wird auch Baumtomate genannt und zählt – wie die Tomate – zu den Nachtschattengewächsen, ist aber ein Obst. Im Inneren der Tamarillo befindet sich geleeartiges, von kleinen Kernen durchsetztes Fruchtfleisch, das einfach ausgelöffelt werden kann. Die Schale schmeckt bitter und wird nicht mitgegessen.

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Eine aufgeschnittene Papaya. © imago Fotograf: Westend61

Eine Ananas liegt auf einem Tisch © fotolia Fotograf: 5second

Aufgeschnittene Avocado © Fotolia.com Fotograf: grounder

Aufgeschnittene und ganze Granäpfel © Nitr

Mangos in Würfel aufgeschnitten © Fotolia.com Fotograf: nata_vkusidey

Aufgeschnittene Drachenfrucht © Heike Rau

Eine aufgeschnittene und eine ganz Kiwi liegen auf einem hellen Holzuntergrund. © imago Fotograf: ZUMA Press

Ganze und aufgeschnittene Kumquat. © fotolia Fotograf: Yakov

Aufgeschnittene Tamarillo © Fotolia.com Fotograf: B. Wylezich

Der Körper braucht regelmäßig Vitamine

Unser Körper braucht regelmäßig bestimmte Vitamine und Mineralstoffe. Einige kann er über einen längeren Zeitraum speichern, besonders Vitamin B und C sollten wir dagegen öfter aufnehmen. Deshalb gilt die Empfehlung, täglich fünf Portionen Obst und Gemüse zu verspeisen.

Exotische Früchte werden meist unreif geerntet

Zu bedenken ist, dass die Ökobilanz der Exoten nicht sonderlich gut ist. Die Früchte werden meist unreif geerntet und müssen weite Transportwege überwinden, ehe sie hierzulande in den Läden liegen. So braucht eine Ananas aus Costa Rica bis zu 25 Tage in die europäischen Häfen. Äpfel und Kiwis aus Neuseeland sind etwa fünf Wochen unterwegs. Beim Transport auf Schiffen wird die Ware bei etwa 0,5 Grad Celsius gekühlt, die Luftfeuchtigkeit beträgt etwa 90 Prozent. Dabei „schläft“ die Frucht und der Reifeprozess wird gestoppt.

Flugobst mit mieser Ökobilanz

Das meiste leicht verderbliche Obst und Gemüse wird per Flugzeug importiert. Der Vorteil ist, dass die Früchte in der Regel reif geerntet werden. Die Ökobilanz ist allerdings verheerend. Denn die ausgestoßenen Emissionen eines Flugzeugs übersteigen die von Schiffen um ein Vielfaches.

Lagerung und Transport verringern Vitamingehalt

Durch Lagerung und lange Transportwege verringert sich der Vitamingehalt von Früchten deutlich. Das gilt für Importware allerdings genauso wie für regionales Obst, denn auch bei Lageräpfeln reduziert sich im Laufe der Zeit ihr Vitamingehalt.

Je länger regionale Äpfel bei uns gelagert werden, umso schlechter wird zudem ihre Ökobilanz. Mit der absurden Konsequenz, dass von weither importierte Äpfel im Frühling eine bessere Ökobilanz haben können als einheimische Sorten.

Am besten regional und saisonal einkaufen

Also lieber Vitamine in Pillenform? Nein, Obst essen ist immer noch deutlich gesünder. Exotische Früchte sollten dabei aber die Ausnahme und etwas Besonderes bleiben. Um klimaschädliche Emissionen zu vermeiden und sich trotzdem vitaminreich zu ernähren, wird empfohlen, auf saisonales Obst und Gemüse aus der Region zurückzugreifen.

Eine Alternative kann auch Tiefkühlware sein, denn in den gefrorenen Früchten bleiben die Vitamine durch das erntereife Schockfrosten weitestgehend erhalten.

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Ganze und aufgeschnittene Zitrusfrüchte. © fotolia Fotograf: M.studio

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Mangos in Würfel aufgeschnitten © Fotolia.com Fotograf: nata_vkusidey

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Datum/Zeit
Datum - 09.03.2018
Uhrzeit - 16:20 - 17:10


Sender:
NDR Fernsehen
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