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Klima und Corona – Was bleibt von Fridays for Future?

Klima und Corona – Was bleibt von Fridays for Future?
Folge 327 (30 Min.)

Während der Corona-Pandemie sind die Orte, an denen Fridays for Future mit Zehntausenden Menschen demonstriert hat – wie hier vor dem Brandenburger Tor in Berlin, leergefegt. – Bild: NDR/Lucas Stratmann
Seitdem das Coronavirus Leben und Wirtschaft in der deutschen Gesellschaft lahmlegt, fallen auch die Freitagsdemos der „Fridays for Future“-Bewegung aus. Klimaschutz ist kaum noch Thema in den Medien. Auch wenn das Jahr 2020 mit neuen Wetterextremen begonnen hat: ein nasser Februar mit viel Regen, aber ein sehr trockener Monat April. Schon drohen erneute Dürreperioden und Waldbrände. Und das in einer früheren Jahreszeit als üblich. Dennoch ist die Klimadebatte in Deutschland fast zum Erliegen gekommen. „Fridays for Future“ steht mit einem Mal vor der Frage: Wie kann weiter für Klimaschutz eingetreten werden, wenn durch die abgesagten Demonstrationen die Öffentlichkeit fehlt? Was bleibt von dem Protest, mit dem über ein Jahr lang Politik und Gesellschaft in Atem gehalten wurden? Dabei war es schon vor Beginn der Kontaktsperre ruhiger um die Klimabewegung geworden. Sie hatte deutlich an Schwung und Aufmerksamkeit verloren. „45 Min“ hat zwei Mitglieder der Bewegung schon lange vor der Coronapandemie getroffen und begleitet sie auch während der Coronakrise weiter. Ihren Streik haben sie ins Netz verlegt, wo sie sich in Klimathemen weiterbilden und ihren Protest in sozialen Netzwerken kundtun. Derweil wird in Deutschland über massive Investitionen für die Wirtschaft nachgedacht. Klimaschutz spielt in diesen Überlegungen, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. Das will Annika Kruse, 18-jährige Studierende aus Winsen an der Luhe, ändern. Mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern mahnt sie, gerade jetzt den Klimaschutz als Bedingung in staatlichen Hilfsprogrammen zu verankern. Eine Forderung, die Claudia Kemfert, Energieökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, ganz ähnlich formuliert. Inzwischen versucht „Fridays for Future“, die Bundespolitik in Berlin von diesem Gedanken zu überzeugen. Der 22-jährige Lucas Pohl aus Lasbek in Schleswig-Holstein organisiert in Zeiten der Kontaktsperre einen Protest vor dem Deutschen Bundestag, mit Plakaten statt Menschenmassen. Denn nur 20 Demonstrierende sind maximal gleichzeitig bei der Aktion erlaubt. Aber kommt ihr Protest für mehr Klimaschutz in diesen Zeiten überhaupt bei den Verantwortlichen in der Politik an? „45 Min“ berichtet über die Auswirkungen der derzeitigen Krise auf das Klima und auf den Protest für mehr Klimaschutz. (Text: NDR)
Deutsche Erstausstrahlung: Mo 15.06.2020 NDR


Datum/Zeit
Datum - 15.06.2020
Uhrzeit - 22:00 - 22:45


Sender:
NDR Fernsehen
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