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Mit Pferd und Sense Ackern für den Artenschutz
Die Nordreportage: Mit Pferd und Sense Ackern für den Artenschutz – ARD-Themenwoche „#WieLeben“ | NDR Fernsehen, Radio Bremen TV

Hannah Wilimzig und Stefan Reinsch halten Skudden als Landschaftspfleger und bauen nun eine Wollmanufaktur auf. Kay Stolzenberg will bei seiner Arbeit möglichst wenig Spuren hinterlassen und zieht mit seinen Kaltblütern Baumstämme aus dem Wald. Eine Kommune in Volzendorf produziert ihre Lebensmittel weitgehend selbst. Eine andere Landwirtschaft zu betreiben, bei der Artenvielfalt und Naturschutz im Fokus stehen und nicht die Wirtschaftlichkeit – das ist der Wunsch vieler Menschen, die sich im niedersächsischen Wendland angesiedelt haben.

Eine andere Landwirtschaft zu betreiben, bei der Artenvielfalt und Naturschutz im Fokus stehen und nicht die Wirtschaftlichkeit – das ist der Wunsch vieler Menschen, die sich im niedersächsischen Wendland angesiedelt haben. „Die Nordreportage“ stellt drei verschiedene Modelle vor und erzählt Geschichten über Artenschützer aus dem Wendland, die mit traditionellen Arbeitsmethoden neue Wege gehen.

Hannah Wilimzig und Stefan Reinsch haben auf einer ehemaligen Funkstation das Artenreich Höhbeck gegründet. Auf ihren Wiesen leben sehr seltene Pflanzen und Insekten. Als Landschaftspfleger hält Hannah eine Herde Skudden, eine alte und besonders robuste Schafrasse. Stefan mäht das Gras fürs Heu mit der Sense, weil bei dieser schonenden Methode auch Kleinstlebewesen die Mahd überleben. Jetzt bauen Hannah und Stefan eine Wollmanufaktur auf. Eine neue Chance für das Wendland!

Holzrücker Kay Stolzenberg will bei seiner Arbeit möglichst wenig Spuren hinterlassen. Statt mit einem schweren Holzvollernter (Harvester) zieht er mit seinen Kaltblütern Baumstämme aus dem Wald. Außerdem können die Pferde vor den Pflug gespannt und bei Mäh- und Rodungsarbeiten eingesetzt werden. Diese Methoden schonen den Boden und damit den Lebensraum von Insekten und Pflanzen. Nachhaltigkeit gehört bei Kay Stolzenberg zum Lebenskonzept: Seinen alten Hof bei Zernien saniert der gelernte Tischler mit dem, was bereits vorhanden ist. Sein Mobiltelefon ist ein uralter Knochen und sein wichtigster Mitarbeiter ist ein Schleswiger Kaltblut, das zu den vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen gehört.

Joshua Choukroun und Marie Grauwinkel leben mit ihren drei Kindern in einer Kommune in Volzendorf. Ihre Lebensmittel produzieren sie weitgehend selbst, in einem Netzwerk tauschen und teilen sie mit Nachbar*innen und Freund*innen. Ihr größtes Projekt: Zusammen mit Mitbewohner Hannes Jung betreuen sie den Apfelverein. Auf ihren Streuobstwiesen stehen Bäume alter Sorten wie Prinz Albrecht von Preußen oder Dülmener Herbstrose. Die Gehölze bieten Vögeln Nistplätze, auf den Wiesen leben Tausende Insektenarten. Im Spätsommer ist Erntezeit, viele Früchte werden zu Saft gepresst. Dieses Jahr gibt es eine Weltpremiere: Die Apfelfreund*innen wollen aus dem Nathusius Taubenapfel einen sortenreinen Saft herstellen.

Ein Film im Rahmen der ARD-Themenwoche #WIE LEBEN – Bleibt alles anders

Die ARD-Themenwoche „#WIELEBEN – BLEIBT ALLES ANDERS“ (Federführung: Rundfunk Berlin-Brandenburg) stellt die Zukunftsfrage „Wie wollen wir leben?“. Auch vor dem Hintergrund der Coronakrise zeigen sämtliche Programme der ARD vom 15. bis 21. November 2020, wie Menschen bestehende Denkmuster und Strukturen in allen wichtigen Lebensbereichen hinterfragen und dabei auch neue, nachhaltigere Ansätze entwickeln. Jeder und jede ist aufgerufen, sich aktiv zu beteiligen und Ideen zu Nachhaltigkeit, eigene Lebensentwürfe und Zukunftskonzepte vorzustellen.


Datum/Zeit
Datum - 17.11.2020
Uhrzeit - 18:15 - 18:45


Sender:
NDR Fernsehen
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