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Ohne Tierwohl keine Zukunft? – Unterwegs im Westen
Ohne Tierwohl keine Zukunft? – Unterwegs im Westen
Eine Reportage von Rebecca Kirkland und Tanja Reinhard über konventionelle Landwirt:innen, die Wege aus der Krise suchen. | WDR FernsehenTIPP

Niklas betreibt einen konventionellen Bauernhof in der Nähe von Steinfurt mit 120 Milchkühen – mit gerade mal 20 Jahren. Als sein Vater letztes Jahr starb, stand er plötzlich vor der Entscheidung seines Lebens: Den Hof übernehmen oder nicht? Niklas sagte ja – und stemmt seitdem mit Mutter, Oma, Bruder und Schwester und einigen gleichaltrigen Kumpels den Betrieb.
Also schöne, neue Bauernhof-Idylle? Von wegen. Seine Kühe kennt Niklas zwar alle beim Namen, trotzdem verbringen sie ihr Leben im Stall. Die Kühe jeden Tag auf die Weide hin- und zurück zu treiben, und somit auch das Melken nicht mehr vom automatischen Roboter erledigen lassen zu können, würde Niklas jeden Tag zwei Stunden zusätzliche Arbeit bedeuten. Gerade versucht er genug Geld zusammenzubringen, um eine Silo-Bodenplatte zu bauen, was das Gesetz nun neuerdings erfordert. Auch eine neue Belüftungsanlage für den Stall würde er gerne anschaffen – aber dazu reicht einfach gerade das Geld nicht.
Ist die konventionelle Landwirtschaft am Ende? Im Juni hat die Zukunftskommission Landwirtschaft ihren Abschlussbericht veröffentlicht – eine kleine Sensation, denn zum ersten Mal scheinen Verbände aus Landwirtschaft, Verbrauchern und Naturschützern halbwegs einer Meinung zu sein. Das Papier ist aber auch eine Bankrotterklärung für das bestehende System. Wer ist eigentlich schuld an dem ganzen Dilemma? Die Bauern, der Kunde, die Politik, der Einzelhandel?
Wichtigste Frage: Muss Deutschland die Landwirtschaft ganz neu denken? Stichwort: Mehr Nachhaltigkeit, mehr Tierwohl. Aber wer bezahlt dann dafür?
Nur wenige Dörfer von Niklas entfernt lebt Ferkelzüchter Thomas. Der 46-jährige ist nicht so optimistisch – zu oft hat er in der Vergangenheit erlebt, dass Versprechen nicht gehalten wurden. „Wachse oder Weiche“ hieß die politische Devise in der Vergangenheit. Thomas Ostendorf hat den Hof nach und nach vergrößert. Seine 400 Muttersauen werfen 10.000 Ferkel pro Jahr. Wie die meisten Bauern in NRW hat auch Thomas in den vergangenen Jahrzehnten investiert – mit Krediten in Millionenhöhe, die noch längst nicht zurück gezahlt sind. Er würde sofort auf mehr Tierwohl umstellen – wenn es ihm jemand bezahlen würde.

Niklas betreibt einen konventionellen Bauernhof in der Nähe von Steinfurt mit 120 Milchkühen – mit gerade mal 20 Jahren. Als sein Vater letztes Jahr starb, stand er plötzlich vor der Entscheidung seines Lebens: Den Hof übernehmen oder nicht? Niklas sagte ja – und stemmt seitdem mit Mutter, Oma, Bruder und Schwester und einigen gleichaltrigen Kumpels den Betrieb.
Also schöne, neue Bauernhof-Idylle? Von wegen. Seine Kühe kennt Niklas zwar alle beim Namen, trotzdem verbringen sie ihr Leben im Stall. Die Kühe jeden Tag auf die Weide hin- und zurück zu treiben, und somit auch das Melken nicht mehr vom automatischen Roboter erledigen lassen zu können, würde Niklas jeden Tag zwei Stunden zusätzliche Arbeit bedeuten. Gerade versucht er genug Geld zusammenzubringen, um eine Silo-Bodenplatte zu bauen, was das Gesetz nun neuerdings erfordert. Auch eine neue Belüftungsanlage für den Stall würde er gerne anschaffen – aber dazu reicht einfach gerade das Geld nicht.
Ist die konventionelle Landwirtschaft am Ende? Im Juni hat die Zukunftskommission Landwirtschaft ihren Abschlussbericht veröffentlicht – eine kleine Sensation, denn zum ersten Mal scheinen Verbände aus Landwirtschaft, Verbrauchern und Naturschützern halbwegs einer Meinung zu sein. Das Papier ist aber auch eine Bankrotterklärung für das bestehende System. Wer ist eigentlich schuld an dem ganzen Dilemma? Die Bauern, der Kunde, die Politik, der Einzelhandel?
Wichtigste Frage: Muss Deutschland die Landwirtschaft ganz neu denken? Stichwort: Mehr Nachhaltigkeit, mehr Tierwohl. Aber wer bezahlt dann dafür?
Nur wenige Dörfer von Niklas entfernt lebt Ferkelzüchter Thomas. Der 46-jährige ist nicht so optimistisch – zu oft hat er in der Vergangenheit erlebt, dass Versprechen nicht gehalten wurden. „Wachse oder Weiche“ hieß die politische Devise in der Vergangenheit. Thomas Ostendorf hat den Hof nach und nach vergrößert. Seine 400 Muttersauen werfen 10.000 Ferkel pro Jahr. Wie die meisten Bauern in NRW hat auch Thomas in den vergangenen Jahrzehnten investiert – mit Krediten in Millionenhöhe, die noch längst nicht zurück gezahlt sind. Er würde sofort auf mehr Tierwohl umstellen – wenn es ihm jemand bezahlen würde.


Datum/Zeit
Datum - 04.10.2021
Uhrzeit - 22:15 - 22:45


Sender:
WDR Fernsehen
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