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Unsere eigene Farm Selbstversorgen lernen
37°: Unsere eigene Farm Selbstversorgen lernen | 3satTIPP

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Gemüse und Obst im eigenen Garten anzubauen, ist ein Trend in Deutschland. Die eigene Farm verspricht Unabhängigkeit und mehr Gesundheit. Doch der Weg zur Selbstversorgung ist steinig.

Sich selbst mit dem versorgen, was der Boden oder vielleicht sogar der Stall hergibt, der Vorstellung haftet etwas Romantisches an. „37°“ begleitet ein Jahr lang zwei Familien, die ernsthaft selbst produzieren wollen, doch dabei auch ihre Grenzen kennenlernen.

Sara und Michael Niedrig lebten bis vor einem Jahr mit ihren zwei Kindern in einer Dreizimmerwohnung in Köln. Das dritte Kind ist unterwegs und damit der Entschluss gereift, ihr Leben von Grund auf zu ändern. „Ich habe mir gewünscht, dass meine Kinder frei laufen und sehen, wie ein Radieschen wächst“, sagt die ehemalige Leistungssportlerin Sara. Ihr Abenteuer Selbstversorgung beginnt in Kall in der Eifel. Die beiden haben ein 250 Jahre altes Gut gekauft mit sechs Hektar Land und Wald und 2000 Quadratmetern Nutzfläche. Einen Permakultur-Garten anzulegen, das ist das Ziel der 36 Jahre alten Mutter. Obstbäume und Gemüse sollen hier wachsen. Sara ist sich bewusst, dass Selbstversorgung nicht einfach ist, zumal sie keinerlei Erfahrung mit säen und pflanzen hat.

Wer den Großteil seiner Lebensmittel selbst produzieren will, braucht viel Zeit und Engagement und eine hohe Frustrationstoleranz. Das erlebt auch das Paar. Saaten gehen nicht an wie erhofft, Braunfäule vernichtet die komplette Tomaten-Ernte, an den Erdbeersträuchern hängt keine einzige Frucht. Ihr Wissen sammeln die beiden Selbstversorger in Tutorials aus dem Internet und von benachbarten Bauern, die dem jungen Paar gern Unterstützung geben, sie allerdings vor der Allmacht der Natur auch nicht beschützen können.

Es ist ein Lehrjahr, das die „37°“-Dokumentation begleitet, in dem die Familie neben der Erfahrung von Niederlagen auch viele Erkenntnisse gewinnt. Der 40 Jahre alte Michael war Profifußballer und ist jetzt Manager beim Kölner FC. Er bilanziert nach den ersten Monaten, dass er noch „kein Naturbursche“ sei, und doch erkennen müsse, „dass die Natur bei allem eine gute Idee hat“. Auf die Idee, seinen zum Grundstück gehörenden Teich mithilfe einer Bakterienkultur vor der Verschlammung zu retten, wäre er ohne die Hilfe eines Biobauern nicht gekommen. Seinen Job will der Familienvater dennoch nicht aufgeben, dazu ist die Selbstversorgung noch nicht ertragreich genug.

Hat das Projekt der Familie Niedrig Aussicht, in den nächsten Jahren erfolgreich zu werden? Wie viel Arbeit es ist, seine Lebensmittel selbst anzubauen, haben beide zwar geahnt, aber doch unterschätzt. Auch wenn Saras Eltern mit auf das Gut gezogen sind und das Modell Mehrgenerationenhaus leben, sehen doch alle mit Sorge, wie sehr Sara zwischen Garten, Haushalt und Kindern getrieben wird. „Meine Frau tendiert dazu, manchmal die Grenzen nicht zu finden“, resümiert Michael, und Karl-Heinz Goller, sein Schwiegervater, ergänzt: „Es ist einfach eine Schweinearbeit.“

Selbstversorger brauchen, wenn sie ihr Projekt auch mit Nachhaltigkeit anlegen wollen, einen langen Atem. Den haben Christiane und Martin Schreder auf ihrer kleinen Farm in Rickelrath am Niederrhein. Konsequent hat das Ehepaar seinen Anspruch, kaum noch etwas dazu zu kaufen, umgesetzt. „Wir müssen so die gängigen Sachen einkaufen, Schokolade und Klopapier, und wir kommen mit dem Wocheneinkauf so mit 15 Euro ungefähr zurecht“, erklärt Christiane. Seit 2007 haben sich die beiden imme

Film von Iris Bettray; Erstsendung 03.08.2021

Dokumentation

Erstsendung 03.08.2021


Datum/Zeit
Datum - 09.08.2021
Uhrzeit - 23:55 - 23:59


Sender:
3SAT Fernsehen
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