Verbotenes Gemüse

Verbotenes Gemüse

Montag, 08. Mai 2017, 22:00 bis 22:45 Uhr 

Verbotenes Gemüse © JABfilm / NDR





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Pansy Ap, Großherzogin Toskana oder Old German heißen nur drei von weltweit 15.000 Tomatensorten. Im Supermarkt suchen Kunden sie jedoch vergebens. Wer an der Vielfalt alter Obst- und Gemüsearten interessiert ist, könnte sie selbst anbauen. Doch hier wird es heikel: Mit dem Saatgut nicht amtlich zugelassener Pflanzensorten Handel zu treiben, ist gesetzlich verboten. So sieht es das Saatgutverkehrsgesetz vor. Das gilt auch für Gemüsesorten, deren Saatgut schon seit Generationen an Nachbarn, Freunde und Familie weitergegeben wird: Mit den Samen darf nicht gehandelt werden.

Sortenretter wollen Gemüsevielfalt bewahren

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Aufgereiht auf Zeitungspapier stehen vier Gläser mit Wasser, in denen verschiedenfarbiges Tomatenfleisch eingeweicht wird. © NDR / jabfilm

Wo gibt es alte Gemüse-Sorten?

Wer Diepholzer Dickstrunk oder Angeliter Tannenzapfen anbauen möchte, wird etwa bei Vereinen fündig. Diese und andere Adressen zum Anbau alter Gemüsesorten in der Linkliste. mehr

Das führt dazu, dass beispielsweise der Kartoffelbauer Karsten Ellenberg zwar Kartoffeln alter Sorten verkaufen darf. Doch er muss seine Kunden darauf hinweisen, seine Kartoffeln nur zu essen, aber sie keinesfalls selbst anzubauen. Dabei fände Ellenberg das gut. Der Landwirt hat schon viele Kartoffelsorten gerettet, weil er diese auch ohne Sortenschutz weiter anbaut. Der kämpferische Landwirt hat zudem vor ein paar Jahren die Initiative zur Rettung der Sorte Linda gestartet.

Auch Uschi Reinhardt aus dem niedersächsischen Schandelah widersetzt sich dem gültigen Saatgutverkehrsgesetz aus voller Überzeugung. Sie hat sich ganz dem Erhalt der Vielfalt von Tomaten verschrieben. Reinhard Lühring wiederum widmet sich historischen Gemüsesorten in Ostfriesland, vor allem dem Grünkohl. Alle drei wollen alte, schmackhafte Sorten retten, um die Gemüsevielfalt in Deutschland zu erhalten und zugleich ein kulturelles Erbe vor dem Aussterben bewahren.

Wer sind die Retter alter Gemüse-Sorten?

Uschi Reinhardt, Tomatenzüchterin, aufgenommen durch ein Dickicht von Tomatenpflanzen. © JABfilm / NDR
15.000 Tomatensorten gibt es auf der Welt. Für den Handel zugelassen sind hierzulande lediglich 43, davon gelten zehn als alte Sorte. Uschi Reinhardt bewahrt solche historischen Tomatensorten seit 20 Jahren in ihrem Garten im niedersächsischen Schandelah.

Uschi Reinhardt. © JABfilm / NDR
„Es sind ausschließlich Sorten, die nicht mehr im Handel sind, mit denen ich mich beschäftige“, erklärt Tomatenzüchterin Uschi Reinhardt. „Diese Sorten sind in Gefahr, weil sie von niemand anderem genutzt werden.“ Uschi Reinhardts Hauptmotivation, sich um alte Sorten und die Vielfalt zu kümmern: selbst bestimmen zu können, was sie auf dem Teller hat.

Uschi Reinhardt hinter zwei auf Eck gestellten langen Tischen, auf denen Tomaten verschiedener Sorten zu sehen sind. © JABfilm / NDR
Mexikanischer Honig, Beutel aus Kasachstan oder Pansy Ap heißen nur drei der rund 80 Sorten, die Uschi Reinhardt zum Beispiel auf dem Tomatenfest in Schandelah präsentiert.

Tisch, auf dem zahlreiche alte Tomatensorten liegen. Vorn im Bild eine große, faltige Tomate namens Old German. © JABfilm / NDR
Alte Tomaten-, aber auch andere Gemüse-Sorten, haben einige Vorteile: Sie gelten vielen als robuster und schmackhafter. Außerdem sind die Pflanzen samenfest. Das heißt, man kann sie über ihr Saatgut vermehren. Das Saatgut gewerblich genutzter Pflanzen hingegen lässt sich in der Regel nicht für die Nachzucht verwenden.

Zwei Hände (unscharf) sind dabei über einem Haarsieb Kerne und Fruchtfleisch mit Hilfe eines Messers aus einer Tomatenhälfte zu kratzen. © NDR / jabfilm
Um ihre alten Tomatensorten zu erhalten und an interessierte Hobbygärtner weitergeben zu können, stellt Uschi Reinhardt aus ihren Tomaten Saatgut selbst her.

Aufgereiht auf Zeitungspapier stehen vier Gläser mit Wasser, in denen verschiedenfarbiges Tomatenfleisch eingeweicht wird. © NDR / jabfilm
Dazu lässt die Tomatenzüchterin die Samen mit dem restlichen Fruchtfleisch darum herum einweichen. Anschließend verteilt sie sie auf Zeitungspapier zum Trocknen. Das Saatgut wird dunkel, kalt und trocken gelagert.

Weißes Papier mit kleinen Häufchen von Tomatensamen. © NDR / jabfilm
Hobbygärtner können das Saatgut bei Uschi Reinhard bestellen. Tütchenweise gibt die Züchterin die Tomatensamen gegen eine kleine Gebühr ab.

Tomatenzüchterin Uschi Reinhardt beugt sich über einen Kasten mit Filmdosen. Darin lagert sie Tomatensamen. © NDR / jabfilm
Ein paar Hundert alter Sorten hat Uschi Reinhardt davor bewahrt, in Vergessenheit zu geraten. Saatgut stellt sie nicht nur für sich selbst her, sondern gibt es gegen eine kleine Gebühr auch an andere ab – ein Verstoß gegen das Saatgutverkehrsgesetz. Es schreibt vor, dass man nur mit dem Saatgut von Sorten Handel treiben darf, die auch eine offizielle Sortenzulassung haben.

Nahaufnahme von Tomaten verschiedener Sorten, mit glatter schwarzer Haut oder gerippter Haut beispielsweise. © JABfilm / NDR
Für Uschi Reinhardt wäre es unbezahlbar, offiziell mit dem Saatgut ihrer historischen Sorten wie der Feuerwerk handeln zu dürfen. Denn um alle ihre Sorten in die sogenannte Sortenschutzrolle eintragen zu lassen, müsste sie einmalig 200 Euro pro Sorte bezahlen. 70.000 Euro an Gebühren kämen so zusammen. Zusätzlich würden noch 30 Euro Schutzgebühr laut Saatgutverkehrsgesetz anfallen – und das jährlich, pro Sorte.

Landwirt Karsten Ellenberg steht mit zwei Mitarbeitern an einer Kartoffelerntemaschine auf dem Feld und sortiert Kartoffeln, die gerade geerntet wurden. © NDR / jabfilm
Auch Karsten Ellenberg ist ein Sorten-Retter. „Ich habe überhaupt nicht gewusst, dass es blaufleischige oder rotfleischige Kartoffeln gab oder Hörnchen oder gebogene Kartoffeln“, sagt der Landwirt aus Barum. „Das hat mich so fasziniert, dass ich gesagt habe, Mensch, das baue ich doch wieder an.“

Ein Haufen Kartoffeln mit roter Schale, die Sorte Heiderot. © JABfilm / NDR
210 Sorten Kartoffeln sind in Deutschland für den Anbau zugelassen. Im Handel dominieren etwa zwei Dutzend. Karsten Ellenberg baut unter anderem die rotfleischige Heiderot an. Diese hat, wie fast alle seiner Kartoffeln, keine Sortenzulassung. Laut Gesetz muss er seine Kunden darauf hinweisen, seine Kartoffeln nur zu essen, sie aber – auf keinen Fall – selbst anzubauen.

Landwirt Karsten Ellenberg sitzt auf einem Berg von Kartoffeln, die auf einem Anhänger gestapelt sind und spricht mit dem Autoren der Doku (nicht im Bild). © JABfilm / NDR
„Ich arbeite streng nach Vorschriften, aber ich sehe auch, wo Rahmen bestehen, die es ermöglichen, ein bisschen anders zu arbeiten“, erklärt Karsten Ellenberg. „Das nutze ich halt. Letztendlich bin ich ein freier Bauer und ich lasse mich nicht knebeln. Und gute Sachen und gesunde Lebensmittel lasse ich mir nicht verbieten.“

Karsten Ellenberg steht an einem Metallregal, das mit durchsichtigen Plastikbehältern gefüllt ist, wie es sie an der Salattheke am Supermarkt gibt. Darin: eine durchsichtige Nährsubstanz, in der Kartoffelpflänzchen wachsen. © NDR / jabfilm
Viele Kartoffelsorten hat Ellenberg schon gerettet, weil er diese auch ohne Sortenschutz weiter anbaut. Der Landwirt verfügt über eine eigene Samenbank. In steriler Umgebung konserviert er viele alte Sorten und bewahrt seltenes Saatgut vor dem Verschwinden.

Landwirt Karsten Ellenberg zerteilt an einem Labortisch Kartoffelpflanzen zur Stecklingsvermehrung. © NDR / jabfilm
Kartoffelbauer Ellenberg schneidet Kartoffelpflänzchen klein, um sie zu vermehren. „So kann ich Tausende Sorten eigentlich ewig erhalten“, erklärt der Landwirt und ergänzt: „Das macht natürlich Arbeit, ich muss ja auch rechnen. Aber ich bin dadurch unabhängig und das macht Spaß.“

Nahaufnahme: Durchsichtiger Plastikbehälter (wie die aus dem Supermarkt), in dem in einer Nährsubstanz Kartoffelpflänzchen wachsen. © NDR / jabfilm
Etwa hundert verschiedene Kartoffelsorten baut der Landwirt an. Rund 35 Sorten umfasst sein jährliches Sortiment. Karsten Ellenbergs Ziel ist es, Vielfalt aufzubauen. Vor allem aber sollen seine Kartoffeln gut anzubauen und lagerfähig sein sowie vor allem schmecken.

Aus der Vogelperspektive aufgenommen: Landwirt Karsten Ellenberg und eine Assistentin haben kleine Häufchen mit neuen Kartoffelsorten auf den Boden gelegt und begutachten die Früchte. © NDR / jabfilm
„Wir haben angefangen, alte Sorten mit neuen Sorten zu kreuzen und auch Wildkartoffelarten mit eingekreuzt“, erklärt der Kartoffelbauer. Nach der Ernte beurteilen Karsten Ellenberg und seine Assistentin, wie gut der Ertrag tatsächlich ist. Ganz am Ende entscheidet der Geschmack: „Wenn eine Sorte top aussieht und riesige Erträge bringt, aber nicht schmeckt, will ich sie nicht haben.“

Hände des Landwirts Karsten Ellenberg, die eine Kartoffel der Sorte Angeliter Tannenzapfen halten. © NDR / jabfilm
Lieber entscheidet sich der Kartoffelbauer für eine Sorte, die nicht so leicht zu schälen ist. Der Angeliter Tannenzapfen hat auffällig tiefe Augen, aber einen besonders feinwürzigen Geschmack. Durch den zusätzlichen Schälabfall würden die Tannenzapfen-Kartoffeln bei einer Prüfung durch das Bundessortenamt Minuspunkte bekommen, glaubt Karsten Ellenberg.

Landwirt Karsten Ellenberg im Gespräch mit dem Autoren der Doku (nicht im Bild) in seinem Hofladen. © NDR / jabfilm
Das dürfe aber kein Kriterium sein, findet Ellenberg. „Ich bin als Landwirt ja Unternehmer und ich möchte etwas verkaufen können. Und wenn […] ein Amt sagt: ‚Bloß nicht!‘, kann ich das nicht verstehen. Dann sind wir nicht in einer freien Marktwirtschaft, sondern haben ein Diktat von der Politik oder anderen Leuten über das Bundessortenamt. Da müssen wir aufpassen, denke ich. Und uns zur Not auch dagegen wehren.“

Im Vordergrund: Reihen von Grünkohlpflanzen. Im Hintergrund: Bäume. Dazwischen Grünkohlzüchter Reinhard Lühring. © JABfilm / NDR
Auch Reinhard Lühring will sich mit den gesetzlichen Vorgaben nicht abfinden. Im Garten des Grünkohlzüchters wachsen Pflanzen, die ohne ihn wohl ausgestorben wären. „Das sind alles Sorten, die ich hier in Ostfriesland gefunden habe“, erzählt er. „Die sind von meist älteren Leuten jedes Jahr wieder angebaut worden. Die haben das Saatgut selbst gemacht und praktisch in jedem Dorf eigene Grünkohlsorten entwickelt.

Grünkohlpflanze namens Diepholzer Dickstrunk in einem Garten. © JABfilm / NDR
In Deutschland sind noch zwei Grünkohlsorten auf dem Markt. Ganze vier Amateursorten haben eine Zulassung für den privaten Anbau. Reinhard Lühring hat allein in Ostfriesland etwa 30 Grünkohlsorten gefunden. Zum Beispiel den Diepholzer Dickstrunk, dessen Strunk man auch essen kann, fast wie bei einem langgezogenen Kohlrabi.

Reinhard Lühring inmitten von Grünkohlpflanzen. © JABfilm / NDR
„Diese ganzen Sorten sind erhalten worden, weil sie immer gegessen wurden, weil das lecker ist, weil das gelebt wurde“, beschreibt der Grünkohlzüchter das Erbe dieser Kulturpflanzen.

Großes Rundsieb, auf das gerade Grünkohlsamen geschüttet werden, um sie von letzten Pflanzenresten zu trennen. © NDR / jabfilm
Reinhard Lühring will alte Grünkohl- und andere Gemüsesorten wieder unter die Leute bringen. Deshalb stellt er eigenes Saatgut her. Besonders in Ostfriesland war das eine Tradition, die über Jahrhunderte von Eltern an ihre Kinder weitergegeben wurde.

Reinhard Lühring © JABfilm / NDR
„Die Kulturpflanzen haben ja nicht irgendwelche Saatgutzüchter entwickelt“, betont Reinhard Lühring. „Das waren Bauern und Gärtnerinnen, das waren alle, die Gemüse gegessen haben.“ Saatgut wurde an die Familie oder die Nachbarn weitergegeben und mit ihnen getauscht.

Mitarbeiterin von Reinhard Lühring beim Befüllen von Tütchen (per Hand) mit Grünkohlsamen. © NDR / jabfilm
Zwei Mitarbeiter beschäftigt der Grünkohlzüchter. Sein Saatgut vertreibt er online über einen Verein von Gleichgesinnten. „Wir verkaufen unser Saatgut an Privatleute, die Kleingärten haben oder Balkone – die das im Kleinen machen.“

Blick durch eine Metalltür mit einem kleinen runden Fenster in das Lager von Reinhard Lühring. Dieser steht drinnen am Ende von vielen Regalreihen, in denen sein Saatgut lagert. © JABfilm / NDR
Der Staat kümmere sich nicht um die Vielfalt an Grünkohl- und anderen Gemüsesorten, bedauert Reinhard Lühring. Wie so viele andere Sorten, die über Generationen hinweg von Einzelkämpfern und Vereinen bewahrt worden sind, haben auch seine Grünkohlsorten keine Zulassung für den Verkauf.

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Uschi Reinhardt, Tomatenzüchterin, aufgenommen durch ein Dickicht von Tomatenpflanzen. © JABfilm / NDR

Uschi Reinhardt. © JABfilm / NDR

Uschi Reinhardt hinter zwei auf Eck gestellten langen Tischen, auf denen Tomaten verschiedener Sorten zu sehen sind. © JABfilm / NDR

Tisch, auf dem zahlreiche alte Tomatensorten liegen. Vorn im Bild eine große, faltige Tomate namens Old German. © JABfilm / NDR

Zwei Hände (unscharf) sind dabei über einem Haarsieb Kerne und Fruchtfleisch mit Hilfe eines Messers aus einer Tomatenhälfte zu kratzen. © NDR / jabfilm

Aufgereiht auf Zeitungspapier stehen vier Gläser mit Wasser, in denen verschiedenfarbiges Tomatenfleisch eingeweicht wird. © NDR / jabfilm

Weißes Papier mit kleinen Häufchen von Tomatensamen. © NDR / jabfilm

Tomatenzüchterin Uschi Reinhardt beugt sich über einen Kasten mit Filmdosen. Darin lagert sie Tomatensamen. © NDR / jabfilm

Nahaufnahme von Tomaten verschiedener Sorten, mit glatter schwarzer Haut oder gerippter Haut beispielsweise. © JABfilm / NDR

Landwirt Karsten Ellenberg steht mit zwei Mitarbeitern an einer Kartoffelerntemaschine auf dem Feld und sortiert Kartoffeln, die gerade geerntet wurden. © NDR / jabfilm

Ein Haufen Kartoffeln mit roter Schale, die Sorte Heiderot. © JABfilm / NDR

Landwirt Karsten Ellenberg sitzt auf einem Berg von Kartoffeln, die auf einem Anhänger gestapelt sind und spricht mit dem Autoren der Doku (nicht im Bild). © JABfilm / NDR

Karsten Ellenberg steht an einem Metallregal, das mit durchsichtigen Plastikbehältern gefüllt ist, wie es sie an der Salattheke am Supermarkt gibt. Darin: eine durchsichtige Nährsubstanz, in der Kartoffelpflänzchen wachsen. © NDR / jabfilm

Landwirt Karsten Ellenberg zerteilt an einem Labortisch Kartoffelpflanzen zur Stecklingsvermehrung. © NDR / jabfilm

Nahaufnahme: Durchsichtiger Plastikbehälter (wie die aus dem Supermarkt), in dem in einer Nährsubstanz Kartoffelpflänzchen wachsen. © NDR / jabfilm

Aus der Vogelperspektive aufgenommen: Landwirt Karsten Ellenberg und eine Assistentin haben kleine Häufchen mit neuen Kartoffelsorten auf den Boden gelegt und begutachten die Früchte. © NDR / jabfilm

Hände des Landwirts Karsten Ellenberg, die eine Kartoffel der Sorte Angeliter Tannenzapfen halten. © NDR / jabfilm

Landwirt Karsten Ellenberg im Gespräch mit dem Autoren der Doku (nicht im Bild) in seinem Hofladen. © NDR / jabfilm

Im Vordergrund: Reihen von Grünkohlpflanzen. Im Hintergrund: Bäume. Dazwischen Grünkohlzüchter Reinhard Lühring. © JABfilm / NDR

Grünkohlpflanze namens Diepholzer Dickstrunk in einem Garten. © JABfilm / NDR

Reinhard Lühring inmitten von Grünkohlpflanzen. © JABfilm / NDR

Großes Rundsieb, auf das gerade Grünkohlsamen geschüttet werden, um sie von letzten Pflanzenresten zu trennen. © NDR / jabfilm

Reinhard Lühring © JABfilm / NDR

Mitarbeiterin von Reinhard Lühring beim Befüllen von Tütchen (per Hand) mit Grünkohlsamen. © NDR / jabfilm

Blick durch eine Metalltür mit einem kleinen runden Fenster in das Lager von Reinhard Lühring. Dieser steht drinnen am Ende von vielen Regalreihen, in denen sein Saatgut lagert. © JABfilm / NDR

Für Klein-Züchter und Amateure sind Zulassungskosten kaum bezahlbar

Um nicht gegen das Gesetz zu verstoßen, könnten Landwirte und Klein-Züchter die verschiedenen Tomaten, Kartoffeln und Grünkohle, die sie züchten und deren Saatgut sie vertreiben, beim Bundessortenamt, einer Einrichtung des Landwirtschaftsministeriums, anmelden; auch als sogenannte Amateursorte etwa. Doch das kostet Geld. Pro Sorte fällt eine Schutzgebühr von 30 Euro an, die es einem erlaubt, mit dem Saatgut einer Sorte zu handeln.

Zunächst muss sie jedoch überhaupt anerkannt werden. Dafür fallen einmalig 200 Euro pro Sorte an. Dieser Sortenschutz erlischt aber nach 25 oder 30 Jahren, je nach Pflanzenart. Das hat zur Folge, dass die Vielfalt etlicher zugelassener Sorten eingeschränkt ist; wie etwa bei Kartoffeln.

Die meisten der zugelassenen Sorten ähneln einander sehr: Die deutsche „Leistungskartoffel“ etwa ist rund oder rund-oval und hat eine gelbe Farbe. Geschmack spielt bei der Zulassungsprüfung für neue Kartoffel-Sorten hingegen kaum eine Rolle.

Interesse der Verbraucher an alten Sorten wächst

Dabei stoßen alte Sorten offenbar auf immer mehr Interessenten: Viele Menschen wollen nicht nur Tomaten, Kartoffeln, Grünkohl, Salat oder Paprika historischer Sorten essen, sondern auch selbst im Garten oder auf dem Balkon anbauen. Zu kaufen ist solches Obst und Gemüse in Hofläden und auf Landmärkten. Die Früchte und ihr Saatgut lassen sich aber auch bei diversen Vereinen beziehen.

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Zwei Mitarbeiterinnen des Bundessortenamtes beugen sich über Kästen mit verschiedenen Kartoffeln, um ihre Form zu begutachten. © NDR / jabfilm

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Kartoffel-Bewertung: Oval oder doch rund-oval?

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Damit eine Kartoffelsorte zugelassen werden kann, wird sie anhand zahlreicher Merkmale und Kriterien beschrieben. Hier geht es beispielsweise um die äußere Form. Video (00:21 min)

Zwei Mitarbeiterinnen des Bundessortenamtes beugen sich über Kästen mit verschiedenen Kartoffeln, um ihre Form zu begutachten. © NDR / jabfilm

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Speiseprüfung beim Bundessortenamt

08.05.2017 22:00 Uhr

Ist eine Kartoffel eher mehlig-kochend oder festkochend? Mit einer Speiseprüfung wie dieser stellen das die Tester des Bundessortenamtes fest. Video (00:34 min)

Redaktion Christoph Mestmacher-Steiner Regie Jean Boué Autor/inJean BouéRedaktionsleiter/inJochen GraebertProduktionsleiter/inAndy Kaminski


Datum/Zeit
Datum - 08.05.2018
Uhrzeit - 22:00 - 22:45


Sender:
NDR Fernsehen
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