Wertschätzen statt verschwenden Wie wir Lebensmittel retten können

Wertschätzen statt verschwenden
Wie wir Lebensmittel retten können | phoenix

Pro Jahr landen in Deutschland mehr als 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. In der Coronakrise dürfte diese Zahl noch steigen. Denn kaum hatte die Pandemie Deutschland erreicht, wurden drei Mal so viele Lebensmittel wie üblich gekauft. Vorräte lagern zu Hause, zudem in geschlossenen Kantinen und Restaurants. Da ist Kreativität gefragt, um diese Nahrungsmittel vor der Mülltonne zu bewahren. Als e

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onierin der Lebensmittelrettung gilt Nicole Klaski, die in ihrem Laden „The Good Food“ in Köln krummes oder zu klein geratenes Obst und Gemüse, Überschüsse aus der Gastronomie und Molkereiprodukte kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum anbietet – vieles davon in Bio-Qualität. Die Kunden entscheiden selbst, wieviel ihnen die einzelnen Produkte wert sind. Die Folgen der Coronakrise spürt Nicole Klaski in ihrem Laden: Viele Stammkunden haben jetzt ein geringeres Einkommen und können weniger zahlen als sonst. „Trinke ich diese Milch noch – oder kann sie weg?“: Bei dieser Entscheidung vertrauen mehr und mehr Menschen der eigenen Nase. In Norwegen überzeugt Mette Nygård Havre Molkereien davon, das Mindesthaltbarkeitsdatum quasi außer Kraft zu setzen: „Mindestens haltbar bis, aber nicht schlecht vor …“ steht jetzt auf vielen Milchtüten. Den Umsatz schmälert das nicht, denn das Unternehmen gewinnt so neue Kunden – bewusste Verbraucher, denen ein ethisches Verhalten am Herzen liegt. Frankreich war das erste Land weltweit, das Lebensmittelverschwendung per Gesetz verboten hat. Supermärkten ab 400 Quadratmetern Ladenfläche drohen Strafen, wenn sie Lebensmittel wegwerfen. Das bringt neue, kreative Ideen hervor. Tüftler Franck Wallet entwickelt ein Gerät, das übrig gebliebenes Brot zu einem neuen Rohstoff häckselt. Aus altem Brot entstehen neue Schokokekse und andere Backwaren. Essensretter in der Gastronomie trifft die Pandemie besonders hart. Sie müssen nicht nur Umsatzeinbrüche verkraften, sondern auch zusehen, wie ihr Lagerbestand verdirbt. Die Berliner Anna Wohlrab und Mauritz Schröder haben bereits vor knapp zwei Jahren ein Konzept entwickelt, das Abfälle minimiert: Sie verarbeiten überschüssige Lebensmittel aus Großmärkten zu Teigtaschen, die sie tiefgekühlt lagern und im eigenen Restaurant und auf Veranstaltungen verkaufen. Jetzt wollen sie Kollegen einen Krisenservice anbieten: Sie verarbeiten deren Vorräte unentgeltlich zu Teigtaschen, bis die Restaurants wieder öffnen dürfen. „plan b“ hat in seinen 100 Sendungen seit dem Start der Doku-Reihe am 7. Oktober 2017 bereits zweimal über Ideen gegen die Lebensmittelverschwendung berichtet – zum einen am 3. März 2018 in der Doku „Teller statt Tonne – Der Wert des Essens“ und zum anderen am 19. Januar 2019 in „Zu gut für den Müll – Unterwegs mit den Essensrettern“. Beide Dokus sind weiterhin in der ZDFmediathek abrufbar.


Datum/Zeit
Datum - 29.06.2020
Uhrzeit - 18:00 - 18:30


Sender:
Phoenix Fernsehen
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